Polizei macht Jagd nach Straßenkindern

31.01.2009. Hier in Freetown patrollieren Polizisten in der Nacht auf den Marktplätzen und nehmen reihenweise Kinder, die unter den Marktständen Unterschlupf gefunden haben, unter einem fragwürdigen Vorwand fest. So sind "Knastkinder" oft Straßenkinder.

Verwandte und Bekannte der Kinder oder auch Internationale Hilfsorganisationen kaufen die Kinder wieder frei. Ein lukratives Geschäft für die unterbezahlten Polizisten. Wenn nicht bezahlt wird, können Kinder oftmals Wochen in den Gefängnissen verweilen. In Don Bosco Freetown haben wir es täglich mit Kindern zu tun, die in überfüllten Massenzellen, unschuldig gefangen gehalten werden. Kinder, oftmals nicht älter als 8 Jahren, sind hungrig, hilflos der Gewalt der Älteren ausgesetzt und dabei von der Welt vergessen. Was das bedeutet, wurde mir in der letzten Woche wieder einmal bei einer Task-Force-Sitzung der Sozialministerin deutlich. Immer wieder klagen Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), dass Kinder in den Gefängnissen keine Mahlzeiten erhalten, dass es in den Zellen keine Toiletten gibt, in denen selbst oftmals bis zu 50 Kinder und Erwachsene eingepfercht sind. Schlimmer noch: Die Regierung in Sierra Leone verteidigt Kindergefängnissen und scheint kein Interesse daran zu haben, die verheerende Situation in den Gefängnissen zu ändern. Das kann und darf nicht unerwähnt bleiben! Die Regierung hat kein Interesse daran, die Polizisten gegen sich zu wissen. Umso notwendiger ist es, dass Don Bosco Freetown für die Kinder eintritt, die jetzt im Moment in den Gefängnissen auf Ihr Recht, Respekt und Ihre Würde warten. Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter besuchen die Kinder, sprechen mit den Polizisten und wir weisen die Regierung ohne Unterlass auf die von ihnen 1990 ratifizierte UN-Kinderrechtskonvention hin.