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Die Portugiesen erreichten die sierra-leonische Küste, auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien, im Jahre 1460. Der von der Cintra verliehene Name Serra Lyoa stammt aus dem Portugiesischen und bedeutet: „Löwengebirge“. Hierzu gibt es zwei Legenden:
1. Sie nannten das Land „Löwengebirge“, weil sie Löwen auf dem Küstengebirge der Halbinsel, der Freetown Peninsula, vermuteten. Das Echo des Donners, das von den Küstengebirgen widerhallte, vermittelte den Eindruck eines bedrohlichen Löwengebrülls. Seit dem 15. Jahrhundert besuchten europäische Seefahrer die Küste regelmäßig, um Fertigwaren gegen Elfenbein, Gold und Speisen zu tauschen oder sich mit Wasser und Proviant für die Seefahrt nach Indien einzudecken.
2. Sie nannten das Land „Löwengebirge“, weil vom Meer aus das Küstengebirge der Freetown Peninsula mit zwei runden Bergen wie ein schlafender Löwe aussieht. Im Laufe der Zeit des 16. Jahrhunderts wurde der Name von englischen Seeleuten in Sierra Leoa und später in Sierra Leone geändert. |
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Die Republik in Westafrika |
Sierra Leone liegt in Westafrika und grenzt im Norden und Westen an Guinea, im Osten an Liberia und im Süden am Atlantik. Die ehemalige britische Kolonie belegt seit Jahren den letzten Platz auf der Liste des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, gleichbedeutend mit dem Status des am wenigsten entwickelten von 177 untersuchten Ländern.
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Freetown ist die Hauptstadt der Republik Sierra Leones und hat etwa 820.000 Einwohner (2008). Freetown liegt am Atlantik und verfügt über einen Seehafen, der den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten der Stadt bildet. Er ist der drittgrößte Naturhafen der Erde und soll ab Ende 2008 wieder von großen Kreuzfahrtschiffen angefahren werden.
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Die Bevölkerung beläuft sich auf ca. 5,34 Millionen Menschen und setzt sich aus vielen verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen. Die Mehrheit stellen die Mende mit ca. 30,6%, die Temne mit 29,4%, die Limba mit 8,4% und die Kono mit 5,2%. 70% der Einwohner sind sunnitische Moslems und 20% sind Christen. Die Lebenserwartung liegt nach WHO-Angaben für 2006 bei 42,6 Jahren. Damit zählt Sierra Leone zu den fünf Ländern mit den niedrigsten Lebenserwartungen weltweit.
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Der Bürgerkrieg und heute |
Der Bürgerkrieg in Sierra Leone dauerte von 1991 bis 2002. Die wesentliche Rolle spielten die Diamantenvorkommen Sierra Leones. Während der Präsidentschaft Joseph Saidu Momohs begann die Revolutionary United Front mit Unterstützung Charles Taylors, Warlord im liberianischen Bürgerkrieg, ihren Kampf gegen die wechselnden Regierungen des immer instabiler werdenden Landes.
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Neben Armut auch Reichtümer |
Das Land ist reich an Bodenschätzen wie Bauxit, Chrom, Diamanten, Eisenerz, Gold, Graphit, Columbit, Mangan und Platin und viele andere Stoffe. Exporte von mineralischen Rohstoffen machten 1989 etwa 80% der Ausfuhren aus. Während den Rebellenübergriffen aus Liberia im Jahre 1991 ist die formelle Diamantenförderung praktisch zum Stillstand gekommen. Der Export von Gold und Diamanten wird durch die hohe Schmuggeltätigkeit sehr stark beschränkt. Nach Angaben der Economic Intelligence Unit in London wurden 1989 Schmuck-Diamanten aus Sierra Leone im Wert von 450 Mio. US$ in Antwerpen verkauft. Offiziell wurden jedoch Verkäufe im Wert von nur 4,5 Mio US$ registriert, d.h. rund 99% der produzierten Diamanten wurden illegal (über Liberia, Burkina Faso oder der Elefenbeinküste) aus dem Land geschmuggelt. Seit Ende des Bürgerkrieges hat sich der legale Export von Diamanten auf etwa 120 Mio. US$ jährlich mit weiterhin steigender Tendenz erhöht.
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